Veranstaltungen

Diskussion über Tragweite der Bluttests auf Down-Syndrom gefordert

24.03.2015

Thomas Dörflinger und Gabriele Schmidt unterstützen fraktionsübergreifende Kleine Anfrage zur vorgeburtlichen Blutuntersuchung auf Trisomie 21

Es sei ein Thema, das einer breiten gesellschaftlichen Diskussion bedürfe, erklären die CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Gabriele Schmidt ihre Unterstützung für die anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März eingebrachte Kleine Anfrage zur vorgeburtlichen Blutuntersuchung auf Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Gemeinsam mit mehr als 150 Abgeordneten aller im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen richten die beiden CDU-Abgeordneten das Augenmerk damit auf mögliche Konsequenzen eines Bluttests, mit dem Schwangere in Deutschland seit 2012 feststellen lassen können, ob ihr Kind mit Down-Syndrom geboren wird.

Die Hersteller bewerben diese Blutuntersuchung als einfache Alternative zu der in Einzelfällen risikobehafteten Plazenta- oder Fruchtwasserpunktion. Bislang müssen werdende Eltern die Kosten für die Blutuntersuchung selbst tragen. Gegenwärtig prüft allerdings der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (GBA), ob er eine Erprobungsstudie zur Nützlichkeit des vorgeburtlichen Bluttests auf Trisomie 21 beschließt. Am Ende eines solchen Erprobungsverfahrens könnte die nichtinvasive Untersuchungsmethode in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden.

„Uns eint die Sorge, dass die öffentliche Förderung aktueller und künftiger Testverfahren der Pränataldiagnostik, die das Ziel verfolgen, während der Schwangerschaft Gendefekte aufzuspüren, letztlich zu einem Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche führen könnte. Eltern, die sich gegen genetische Testverfahren oder bewusst für die Erziehung eines wahrscheinlich behinderten Kindes entscheiden, könnten damit unter gesellschaftlichen Druck und in Erklärungsnot geraten“, erklären Dörflinger und Schmidt in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Erfahrungen aus anderen Ländern stützten diese Sorge: In Dänemark erhielten seit 2005 alle Schwangeren die Möglichkeit, testen zu lassen, ob sie wahrscheinlich ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt bringen werden. Die Zahl der mit dem Gendefekt geborenen Kinder habe sich seither halbiert. Diese Konsequenz gelte es in der Diskussion um die vorgeburtliche Suche nach genetischen Anomalien zu berücksichtigen.

Der Deutsche Ethikrat betone in seiner Stellungnahme zur genetischen Diagnostik daher zu Recht, dass eine einseitig defizitorientierte Sichtweise auf genetische Variationen zu kurz greife und die Frage nach der Lebensqualität nicht auf medizinische oder genetische Befunde reduziert werden dürfe. „Die öffentliche Förderung vorgeburtlicher genetischer Testverfahren wäre eine Entscheidung, die den Respekt vor dem mensch-lichen Leben relativieren würde“, so die Unionsabgeordneten abschließend. 


Hier haben Sie die Möglichkeit die Kleine Anfrage nachzulesen.   



Home | Links | Impressum | Sitemap
© Gabriele Schmidt 2013